Wirklich der Traum eines jeden Jungen: Lkw-Fahrer?
Kaum ein kleiner Junge, der nicht auch mal Lkw-Fahrer werden möchte. Dieser Beruf kann sicherlich erstrebenswert sein, er sollte aber vor der Berufswahl kritisch beleuchtet und die Familie mit einbezogen werden.
Lkw fahren hat sicherlich viele Vorteile: Der Fahrer kommt viel herum, ist immer unterwegs, knüpft viele Kontakte und lernt Land und Leute umso näher kennen, je länger oder öfter er am Zielort zu erledigen hat. Lkw-Fahrer sind häufig Mitarbeiter von Speditionen, die international arbeiten und damit lange Fahrtstrecken und -zeiten am Stück haben. Das hat den Vorteil, dass sie möglicherweise weniger Abladestellen haben als Fahrer von Supermarktketten, die täglich bis zu 10 Abladestellen bewältigen müssen. Da unterscheiden sich beide Arbeiten auch deutlich in der Bezahlung. Während der Langstreckenfahrer mit Übernachtungs- und Sonderzuschlägen rechnen kann, hat der regionale Brummi-Fahrer mit eingeschränkten Konditionen zu leben. Allerdings hat dieser den Vorteil, dass er abends meistens im eigenen Bett schlafen kann.
Um Lkw-Fahrer zu werden, kann eine Ausbildung absolviert werden. Sie dauert ca. 6 Wochen, in denen auch Kurse für Interessenten angeboten werden, die bereits einen Führerschein der Klasse 2 haben. Handelt es sich um eine Umschulung, können die Kosten der Ausbildung auch von der Bundesagentur für Arbeit übernommen werden. Grundsätzlich ist derzeit ein Mangel an Lkw-Fahrern festzustellen. Die Ursache darin liegt wohl zum einen an der erhöhten Nachfrage nach Transporten, zum anderen aber auch an der neuen Verordnung, die seit 2006 in Kraft ist und die die Ruhezeiten der Fahrer regelt. Neue Verordnungen sollen hinzukommen. Befürchtet wird, dass sich durch weitere Verordnungen der Europäischen Union die Situation verschärfen wird. Dass seit 2009 eine Weiterbildungspflicht für Berufs-Lkw-Fahrer besteht, wird zwar nicht überall begrüßt, ist aber unabdingbarer Bestandteil für die Ausübung des Berufes und spricht letztendlich auch für die Qualität der Mitarbeiter der einzelnen Speditionen.
Grundsätzlich ist der Beruf des Lkw-Fahrers ein sehr gefragter, die Möglichkeiten sind vielfältig und die Aussichten gut. Wesentliche Nachteile: intensive Arbeits- und lange Abwesenheitszeiten. Dies wird aber aufgefangen durch längere Pausen am Stück, die auch mehrere Tage dauern können.